CD-Review: Various Artists - The Bearded’s Project - Hope | Omid

von Sebastian Mack

Original-Review

Die Fans der amerikanischen Progrocker Spock’s Beard haben tolle musikalische Ideen und eine ausgeprägte karitative Ader. Nachdem die Mitglieder des offiziellen amerikanischen Internet-Forums mit einer Doppel-CD namens „The Tsunami Projekt“ im Jahr 2005 den Opfern des Seebebens geholfen haben, kommt nun mit „The Bearded’s Project – Hope | Omid“ ein Benefiz-Sampler vom offiziellen deutschen Spock’s Beard Fanclub „The Bearded“ auf den Markt. Alle Einnahmen durch den Verkauf des Samplers sollen der „Kinderhilfe Afghanistan“ überwiesen werden, die so genannte Friedensschulen in der Krisenregion errichtet und besonders Mädchen und Frauen fördern möchte.

Auf zwei CDs findet der Hörer hier insgesamt 16 Songs mit einer Gesamtspielzeit von fast 160 Minuten. Der musikalische Schwerpunkt liegt dabei natürlich auf Progressive Rock, aber auch Jazzrock, Alternative Rock, Hardrock und anspruchsvollen Pop findet man auf dem Doppeldecker. Besonders hervorzuheben ist, dass sowohl Spock’s Beard als auch Ex-Spock’s Beard Chefdenker Neal Morse einen bisher unveröffentlichten Song zu dem Projekt beigesteuert haben. Von den Bärten gibt es ein Akustikgitarren-Medley aus den Songs „Carry On“, „The Doorway“ und „There Was A Time“, Neal Morse präsentiert mit „The Way“ einen Worship-Popsong á la „Wind At My Back“.

Doch auch neben dieser prominenten Beteiligung gibt es auf dem Sampler einiges zu entdecken: Allem voran den 37-minütigen Titeltrack „Hope“. Er entstand über einen Zeitraum von zwei Jahren größtenteils über das Internet und wurde ausschließlich von Fanclub-Mitgliedern geschrieben, eingespielt und produziert. Der Song präsentiert die vielseitigen Facetten progressiver Rockmusik: Von klassischen Pianopassagen, über elegische und epische Gitarrensoli hin zu beinahe progmetallischen Parts und Jazzeinlagen gibt es hier alles zu hören, was das Genre ausmacht. Drei Leadsänger und zwei Backgroundsängerinnen sorgen auch auf gesanglicher Ebene für genügend Abwechslung. Der Mammuttrack klingt dabei erstaunlich homogen und schlüssig und weiß auch soundtechnisch Dank Mastering von Andy Horn (der unter anderem auch für die in der Szene bekannten „Toxic Smile“ arbeitete) zu gefallen.

Auch alle anderen Beiträge wurden von ihm gemastert und stammen von Forenmitgliedern, die entweder solo, in musikalischer Kooperation mit anderen Mitgliedern, oder mit ihrer eigenen Band antreten. Besonders hervorzuheben sind dabei die Songs von Projection, Glistening Dawn, The It In You und The Healing Road, die sowohl was Songwriting, als auch was Produktion angeht absolutes Profiniveau erreichen. Aber auch weniger ausarrangierte Beiträge passen ins musikalische Gesamtkonzept und machen den Sampler zu einem authentischen und persönlichem Werk, bei sowohl der Inhalt, als auch die Idee dahinter stimmt. Man merkt, dass die Beteiligten mit viel Herzblut bei der Sache waren. Das beginnt bereits beim fantastischen, stilvollen Artwork, das den Albumtitel perfekt umsetzt und setzt sich in der abwechslungsreichen Musikzusammenstellung und gelungenen Produktion fort. Auch an die Angabe eines Spendenkontos von der Kinderhilfe Afghanistan hat man gedacht. Sehr schön, da so dem Hörer die Möglichkeit gegeben wird, nicht nur durch den Kauf Hilfe zu leisten.

Wer sich für den Sampler interessiert, kann auf der Projektseite ausführlich in die Scheiben reinhören und sie für 16 Euro + Versand auch dort bestellen. Außerdem gibt es das Album im InsideOut-Shop oder bei EMP.